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  • After Hours: neue Web-Doku über die Berliner Club- und Partyszene

    afterhours

    Ja, die Technoszene ist schon spannend. So spannend, das sich nicht nur diverse Bücher wie Lost and Sound oder aktuell Liebestänze und Strobo mit der Szene beschäftigen, sondern auch diverse Filme, wie wir hier berichteten. Jezt wird die mediale Spiegelung von Friede, Freude, Eierkuchen und schrägen Gestalten aus den Tiefen der Nacht um ein weiteres Format ergänzt. Eine Web-Doku mit dem Namen After Hours besucht ab dem 16. November Stationen und Protagonisten der Berliner Partyszene. Sie ist im Sommer 2009 entstanden und sucht nicht nur die Spielstätten des aktuellen Technoturniers auf, sondern will anhand von Gesprächen mit Szene-Köpfen auch viele Einblicke in die Vergangenheit geben. AKA AKA wird beim Auflegen auf der Spree zugeschaut. Oliver Koletzki, 2005 von der Groove zum “Best Newcomer” gewählt, und DJ, Labelinhaber und Bar25-Besitzer Danny Faber plaudern über ihre Anfangszeit in der Techno-Kapitale. Zu sehen ist das Ganze auf 3min – immer montags und freitags wird eine neue Folge hochgespielt – und ist auch auf dem Handy zu sehen. Praktisch, falls jemand sich zu diesen Zeiten immer noch oder schon wieder auf einer Party befinden sollte…

  • 125 Stunden aufgelegt: DJ Alan D bricht Weltrekord

    Da kann kein Sven Väth dieser Welt mithalten: Satte 125 Stunden hatte der Schotte Alan D hinter den Decks verbracht, bis er am 13. Juni die letzte Platte auf den Teller seiner Residency, der Zico Bar in Wishaw (Schottland), legte. Auch ein Weg, sich aus der Anonymität der “Grundversorger-DJs” abzuheben. Alan D durfte, so sah es das Reglement vor, fünf Minuten pro Stunde pausieren. Die sparte er sich zwischenzeitlich auf, sodass er einmal für zwei Stunden die Augen zumachen konnte. Bleiben immer noch fast drei Tage wach übrig, und das zweimal hintereinander! Die Erlöse, die im Rahmen dieser musikalischen wie körperlichen Grenzerfahrung zusammenkamen, gehen an die britische Krebsforschung. Den bisherigen Rekord – immerhin bereits 116 Stunden – hielt der zypriotische DJ Gee Papa. Vielleicht sollte man auf Berliner Afterhours einfach mal einen Notar platzieren. Dort vergeht die Zeit mitunter so im Fluge, dass der Rekord quasi en passant gebrochen werden könnte…

    www.zicobar.co.uk

  • International Music Summit 2009: das virtualnights-Review

    Jetzt liegt er schon wieder hinter uns, der International Music Summit auf Ibiza, der 2009 zum zweiten Mal stattfand. virtualnights erlebte drei aufschlussreiche Tage im Gran Hotel am Hafen von Eivissa. Back to Business: Dem Motto, das die Veranstalter rund um DJ-Legende Pete Tong (hier ein virtualnights-Interview aus 2008) dem Event auf die Fahnen geschrieben hatten, wurden die zahlreichen Panels, Interviews und Sonderveranstaltungen allesamt mehr als gerecht. Mit wem man auch sprach, jeder der 400 Konferenzteilnehmer schien vom Niveau der Konferenz begeistert: “Miami ist Party, IMS ist Business”, brachte es Louis Puig vom Space Miami auf den Punkt.
    Erwartungsgemäß zog sich eine Frage wie ein roter Faden durch die Themenblöcke: Wie geht die Musikindustrie und speziell Ibiza mit der Wirtschaftskrise um? Antworten zur Musikindustrie: Für Labels und Künstler werden digitaler Vertrieb, 360-Grad-Deals, aber auch bislang eher wenig genutzte Erlösquellen wie Lizenzierung der Musik für Filme, Spiele, Werbung und andere Kanäle immer wichtiger. Musikbusiness-Guru Ted Cohen betonte allerdings: „Die Rezession hat einen Markt geschaffen, der eher song- als künstlerbasiert ist.“ Sprich: In der Krise wird Cherrypicking betrieben; es wird eher ein Track als ein Album gekauft. Folglich muss es darum gehen, das Hit-Geschäft nicht aus den Augen zu verlieren – ein in Long Tail-Zeiten schon fast vergessen geglaubtes Konzept. Wie gut das funktionieren kann, beweist Infinity 2008 von Guru Josh, den wir auf dem IMS interviewt haben. Auf sage und schreibe 190 Compilations ist der Track zu finden und ist – ein Jahr nach Veröffentlichung in Deutschland – und klettert gerade die US-Dancecharts hoch. Paul Walden aka Guru Josh dazu: “Unglaublich, oder? Ich meine, die Nummer heißt Infinity 2008. Wir haben 2009. Juni! Dass so etwas überhaupt vom Namen her funktionieren kann… aber der Track hat halt etwas Magisches. Und viele jüngere Leute kennen das Original gar nicht, weil sie einfach später geboren sind, die jetzige Version ist ihr erster Kontakt mit Guru Josh. Hier in Spanien bin ich unter den Kids bekannt wie ein bunter Hund, weil ich in der Klingeltonwerbung zu sehen bin.”
    Und wie geht Ibiza mit der Krise um? Viele Konferenzteilnehmer vermuten, dass es hart wird für die Clubszene. Freier Eintritt im teuersten Monat August, reduzierte Getränkepreise, und neue Partyreihen, die so schnell verschwinden, wie sie auftauchen – darüber diskutierten die Branchenkenner. Doch ein Verband, der die Interessen der viel Geld in die Kassen spülenden Tanzgastronomien (Sperrstunden, Personenkapazität, Outdoorbereiche…) gegenüber der zuletzt rigide agierenden Inselverwaltung vertritt? Was in Berlin und anderen Städten längst existiert, ist auf Ibiza in weiter Ferne. Ibiza, das ist bekannt, ist keine einheitliche Partyinsel, sondern besteht aus mitunter spinnefeinden Regionalfürsten. Man wird sehen, wie lange diese Haltung bestehen kann in Zeiten, wo eine Branche eigentlich geschlossen auftreten müsste. Die Partyreihe Cream im Amnesia jedenfalls legt vor und reduziert seine Ticketpreise um bis zu 40%. Sind die fetten Jahre vorbei? Eine Konsolidierung soll ja noch keiner Branche dauerhaft geschadet haben – und ihren Kunden, hier also Musik- und Partyfans, dürfte es recht sein. Back to the roots, back to the music: „Die Musik selbst wird jetzt zum ultimativen Marketingtool, nicht die Promotion drumherum. Durch die Präsenz der Musik im Internet kann jeder heute sehr genau nach seinem Geschmack wählen“, so Label-Consultant und Ex-London Records-Besitzer Peter Koepke. Heißt aus Business-Sicht: Das Produkt, der DJ, der Künstler ist die Marke selbst. Gute Musik ist besser.
    Die virtualnights-Highlights des IMS: Richie Hawtins provozierende und erfrischende Aussagen im Keynote-Interview, das anekdotenreiche Panel-Auftritt von Louis Puig (Space, Miami), das Showcase Rekids vs. Barraca im Grial, das „Underage Clubbing“-Konzept Let´s Go Crazy von Callum Negus-Fancey, der faszinierende Reactable und last but not least der glückliche Blick des Guru Josh-Saxophonisten, nachdem unsere Fotoscouts Alexander Fischer und Frederick Jäger seine von ihm versehentlich gelöschten Tourneebilder der letzten drei Monate erfolgreich wiederherstellen konnten. Wir kommen wieder: IMS 2010 findet vom 26. bis 28. Mai statt. Mehr Bilder vom IMS in Kürze!

    www.internationalmusicsummit.com

    Konferenzvideos vom IMS gibt es hier

  • In The Mix: Armin van Buuren bringt Spiel für die Nintendo Wii

    Nach Gitarrenriffs und Karaokegesang geht es im Gamesbereich jetzt an die Decks: Trance-Superstar Armin van Buuren veröffentlicht im Herbst 2009 zusammen mit dem Spiele-Hersteller Foreign Media den Titel Armin van Buuren – in the mix für die Nintendo Wii – natürlich mit ihm selbst in der Hauptrolle. Der Spieler kann als virtueller DJ elektronische Dancemusic mixen und mit dem Publikum interagieren. Das Game wird viele von Armin van Buurens Master-Stücken enthalten, neues Material präsentieren sowie Künstler, mit denen der Holländer regelmäßig zusammenarbeitet. Der Spieler kann die enthaltenen Effekte, Loops und Einzelparts nutzen, um eigene Songs abzumischen. Armin van Buuren sagt: “Die Musikmix-Technologie hat in den letzten Jahren gigantische Fortschritte gemacht. Man kann heute dank der riesigen Auswahl an Songs und den unterschiedlichsten Effekten sehr viel mehr erreichen. Dieses Spiel zeigt einerseits, wie meine Arbeit als DJ tatsächlich aussieht, gestattet dem Spieler andererseits aber auch, seinen eigenen Stil einzubringen.”

    Auch Activision, Produzent von Guitar Hero, ist in den Vorbereitungen für einen Mix-Titel: Auf der Homepage von DJ Hero stehen die Decks schon bereit. Wer Inspiration zur Vorbereitung braucht: Ein klasse Live-Video mit Armin van Buuren auf dem Amsterdam Dance Event 2008 gibt es hier.

  • Die Electro-Musikschule: Yoyosonic, erstes Institut für DJing und digitale Musikproduktion

    DJ-Culture goes Musikschule: Seit Ende Januar kann man in Hamburg professionell lernen, wie DJing, Komposition, digitale Musikproduktion und Mastering funktionieren: Das yoyosonic music institute (YMI) ist das bundesweit erste Institut, das Kurse in diesen Bereichen anbietet. Das Kurs- und Workshopangebot für Einsteiger und Fortgeschrittene reicht von der Produktion/Komposition des ersten eigenen Musikstückes über Scratching und Turntableism bis zum Mixing und dem releasefähigen Mastering eigener Songs.
    Dazu stehen acht Musikarbeitsplätze und zwei DJ-Decks zur Verfügung, an denen die Kursteilnehmer kreativ werden können. Das Kursniveau wie auch die dafür genutzten Softwaretools lassen sich individuell nach den persönlichen Vorkenntnissen und Interessen auswählen. „Die Kurse sind mit höchstens 8 Teilnehmern bewußt klein gehalten, damit die musikalische Identität und der Stil des Einzelnen viel Freiraum bekommen und sich die Teilnehmer gleichzeitig gegenseitig befruchten können“, erklärt Philipp Krebs, Gründer des YMI und studierter Musiklehrer. Auch für allgemeinbildende Schulen und/oder Jugendeinrichtungen bietet das Institut Kurse an. Mehr Infos zu den Kursen, Terminen und zum YMI unter
    www.yoyosonic.com

  • Lost and Sound: Schlendern durch Techno-Berlin mit Tobias Rapp

    Als Abschluss unserer völlig ungeplanten Blogreihe zum Thema Berlin nun ein Buch, das in ganz wunderbarer Weise den Phänomenen Techno, Feiern, Club- und Musikkultur beim Passieren über die Schulter schaut: Lost and Sound. Den Drink in der Hand, mit wippender Hüfte, schlendert Autor Tobias Rapp durch die neue, für das ungeschulte Auge nicht auffällige Partymeile Berlins vom Alex bis zur Warschauer Straße. Er besucht die Technokathedrale Berghain, den “Zirkus” Bar 25, das schicke Watergate und das Week12End. Unterwegs kommen bei Rapp viele Impulsgeber dieser besondersten aller Clublandschaften zu Worte: Ricardo Villalobos, Christoph Klenzendorf oder Tresor-Ikone Dimitri Hegemann.

    Aber auch darum geht es: Um Druffis und Durchis. Um die Rave-Mama, die immer noch feiern geht, während ihre ins Partyalter kommende Tochter sich zu Hause Sorgen macht. Um französische Jungschnösel, die die Clubs leertrinken, spanische Feierfreundeskreise und britische Electroboys, die das Clubprogramm des Wochenendes im Vorfeld auswendig gelernt haben. Sie alle kommen freitags eingeflogen: 10.000 Easyjetset-Raver sind es an einem Wochenende, schätzt Rapp. Umgekehrt muss der Berliner DJ gar nicht mehr für ein paar Euro in der Hauptstadt spielen, sondern fliegt – auch mit dem Billigflieger – für eine gute Gage zum Auflegen in europäische Destinationen. Er ist heuer gefragt: Er kommt aus Berlin. Und zu Hause wiederum, in der Bar 25, spielen alle DJs für pauschal 200 Euro. Auch Kaliber eines Richie Hawtin, die so die Haftung zur Basis der Szene wahren und es genießen, einfach mal der Typ zu sein, der gerade auflegt.

    Rapp ist mit phänomenologischer Beobachtungsgabe und echter Leidenschaft unterwegs. Da werden feine Binnendifferenzen zwischen den Berghain-Residents Marcel Dettmann und Ben Klock austariert – und die Beschreibung ihrer Stammlocation ist eine seitenlange Hommage an das wahre Feiern. Man merkt: Da hat ein Raver im Herzen sein Büchlein dabei gehabt, hat hie und da was reingeschrieben und ist dann noch mal eine Runde tanzen gegangen. So liest sich Techno am besten.

    Tobias Rapp: Lost and Sound
    Berlin, Techno und der Easyjetset
    250 Seiten, 8,50 EUR
    Suhrkamp Verlag

    Leseprobe hier!

    Amazon

  • Party like it´s 1989: Dr. Motte und weitere Loveparade Berlin-Pioniere blicken zurück

    Vor 20 Jahren, am 1. Juli 1989, zog die erste Loveparade durch West-Berlin. Während es mit der Parade in Bochum einstweilig vorbei ist, legen in Berlin die Pioniere der Techno-Szene unter der Schirmherrschaft von Dr. Motte eine ganze Nacht lang im Haus der Kulturen der Welt auf: Party like it´s 1989. Dr. Motte zu den Anfängen der Parade: „1989. Wir verlieren die gewohnte Orientierung und gewinnen neue Dimensionen. Berichte aus London lassen uns eine Gemeinschaft werden mit der weltweiten Tanzgemeinde der neuen Musikrevolution. Davon inspiriert laufen wir über den Ku’damm und sind die erste Loveparade. Friede Freude Eierkuchen. Musik ist unsere Sprache. Tanzen unsere Kultur. Unsere Vision: Freiheit.“

    In den folgenden Jahren wird die Loveparade zu einem kulturellen Großereignis und Techno zu einer neuen Jugendbewegung, deren Strahlkraft mittlerweile die letzten verborgenen Winkel der Welt erreicht hat. Party like it´s 1989 bringt die Pioniere der Berliner Techno-Szene wieder zusammen: Mijk van Dijk, der als einer der ersten Techno aus Berlin produzierte. Tanith!, der schon 1990 galt er als der erste Tekkno-DJ galt. Hardy Hard, der als Hardsequenzer in der Großrave-Welt zum Star wurde und immer noch auf dem Label „Electric Kingdom“ veröffentlicht. Außerdem dabei: Jonzon, Rok und Ronny Pries. Es verspricht, ein interessanter Abend mit Diskussionen, Anekdoten und natürlich jeder Menge elektronischer Musik zu werden! Eintritt: frei.

    Mehr Infos zur Veranstaltung hier!

  • Wer ist der Beste am DJ-Controller? Vestax lädt zum Digital-DJ-Battle 2009

    Seit Anbeginn der DJ-Kultur gibt es Battles und Contests, bei denen die besten Turntablisten ermittelt werden. Die Plattenspieler werden in den Clubs aber immer häufiger durch DJ-Controller ergänzt oder gar ersetzt; die Einbindung des Laptops in das DJ-Setup ist mittlerweile ein Standard geworden. Durch die Nutzung von Software und Controller ergeben sich eine Menge neuer Möglichkeiten, die Musik zu beeinflussen, zu mixen und dem Publikum zu präsentieren. Wir haben im Blog bereits vorgestellt, wie etwa Richie Hawtin mit dem Laptop im Club arbeitet.

    Darum gibt es jetzt auch einen Talentwettbewerb für Nutzer der neuen Technologie: Der Technik-Hersteller Vestax gibt jetzt mit seinem Controller Battle 2009 allen DJs, die mit entsprechenden MIDI-Controller-Geräten arbeiten, die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Aktuell läuft die Vorrunde (bis 15. März), an der alle Controller-DJs per Video teilnehmen können. Nach dem Vorentscheid werden die besten vier Controller DJs aus Deutschland und Österreich am 3. April im Frankfurter Tanzhaus West gegeneinander antreten. Eine dreiköpfige Jury wird dann den Sieger küren.

    Details zum Controller Battle und Anmeldung hier:

    www.vestax.de